AMF PUBLIKATIONEN I

Rezension Sachbuch in der FAZ:

Blaubeuren ist auch ein Buchwunder

Lange nicht mehr ist eine kunsthistorische Studie im Stil, in der Kennerschaft, der Präzision und der Leidenschaft ihrem Gegenstand so gerecht geworden wie die Monographie, die ein Autorenteam dem Mönchschor von Kloster Blaubeuren widmet. Das Thema verdient alle Anstrengung und Begeisterung. Der Chor ...

03.12.2002

Lange nicht mehr ist eine kunsthistorische Studie im Stil, in der Kennerschaft, der Präzision und der Leidenschaft ihrem Gegenstand so gerecht geworden wie die Monographie, die ein Autorenteam dem Mönchschor von Kloster Blaubeuren widmet. Das Thema verdient alle Anstrengung und Begeisterung. Der Chor und der Hochaltar, kurz vor 1500 vollendet, sind wie kaum ein anderes Ensemble in strahlender Vollkommenheit überliefert. Der reformatorische Bildersturm, die Kriege, die lüsternen Sammler oder die moderne Verachtung haben das himmlische Gesamtkunstwerk nicht zerstört und nur kaum gefleddert. Im Gegenteil: Alle modernen Restaurierungskünste haben ihm wieder zur Leuchtkraft verholfen. Mörike, Hauff und Hesse haben das Lichthaus besungen, Kunsthistoriker von Pinder bis Baxandall geizten nicht mit Superlativen. Die Autoren von heute rekonstruieren "liturgische Funktionen", sie kaprizieren sich nicht nur auf den Höhepunkt, die Altarskulpturen. Systematisch untersuchen sie den Klosterkomplex, seine Geschichte, die Kirche, das Querwerk, die Lettnerempore mit den Kruzifixen, das Chorgestühl, den Dreisitz. Das Riesenpensum konnten in so kurzer Zeit nur Künstlerkollektive bewältigen. Die Skulpturenprogramme werden eher wieder der Werkstatt Michael Erharts und nicht seinem Sohn Gregor, die Gemäldezyklen des Wandelaltars Schüchlin, Zeitblom, Strigel und einem "Meister der Blaubeurener Kreuzigung" zugeschrieben. Unsere Abbildung zeigt Predellenbüsten aus der linken Nische des Hochaltars. (Anna Moraht-Fromm, Wolfgang Schürle: "Kloster Blaubeuren". Theiss Verlag, Stuttgart 2002. 287 S., 324 Abb., geb., 34,90 [Euro].)

E.B.

Kloster Blaubeuren - Der Chor und sein Hochaltar.

Höhepunkt spätgotischer Malerei und Bildhauerkunst.

 

Anna Moraht-Fromm (Hg.)

 

Stuttgart 2002

 

Konzeption und Realisierung: Anna Moraht-Fromm

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft Bonn

 

Der Chor des ehemaligen Benediktiner-Klosters in Blaubeuren ist eines der herausragenden Zeugnisse spätmittelalterlicher Kirchenausstattung nördlich der Alpen.

Sein Herzstück ist der 1493 geweihte Hochaltaraufsatz  – das! Meisterwerk Ulmer Malerei und Skulptur und einer der wenigen großen Altarschreine im deutschsprachigen Raum, die noch am Ort seiner eigentlichen Bestimmung zu sehen sind.

In diesem einzigartigen Ensemble ist spätgotische Kunst und Frömmigkeit auch heute noch für jedermann erlebbar.

 

In diesem reich bebildeten Band beleuchten namhafte Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Fachrichtungen

 

- Die Geschichte des Klosters Blaubeuren im 15. Jahrhundert

 

- Die Karwoche in Blaubeuren

 

-  Das vollständige Raumprogramm des Chors

 

-  Die Architektur des Peter von Koblenz und die Stein-Skulpturen u. a. von Meister Anton

 

-  Die Holzskulpturen wie das Doppelkruzifix über der Lettnerempore oder das Chorgestühl    und den Levitensitz Jörg Sürlins des Jüngeren

 

-  Die großartigen Figuren des Altarschreins aus der Werkstatt Michel Erharts – des
   bedeutendsten Ulmer Bildschnitzers jener Zeit

 

-  Die Tafelmalerei der Ulmer Werkstattkooperative um Bartholomäus Zeitblom und
   Bernhard Strigel

 

-   Die Geschichte des Hochaltars nach der Reformation bis heute.


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Dr. Anna Moraht-Fromm
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