AMF PROJEKTE

 

Die Kunst der Beschneidung

– beschnittene Kunst.

Oder: Über den Umgang mit Bildern.


(in Vorbereitung)


Grundlage jeder kunsthistorischen Arbeit, im Besonderen auch die an einem Bestandskatalog, hat die materielle Befundsicherung zu sein. Das heißt so viel wie Identifikation und Dokumentation eines Objektes in seinen Werkstoffen, seinen Herstellungs- und Gestaltungstechniken sowie seinen materiellen Wandlungen durch natürliche Einflüsse oder Eingriffe durch Menschenhand. Das festzustellen, ist kein leichtes Unterfangen. Fast jeder Kunsthistoriker wird – mehr oder weniger oft – mit Objekten in Berührung kommen, an denen Veränderungen vorgenommen wurden. Veränderungen, die in vielen Fällen erheblich und nachhaltig den originalen Bestand beeinflusst haben. Das ist - an und für sich – erst einmal gar nichts besonderes.

Es geht dabei nicht nur um Veränderungen, die unter Kriegseinfluss entstanden sind. Auch sind nicht nur die Eingriffe durch den Kunsthandel gemeint. Das übliche "aus eins mach zwei", also das Spalten beidseitig bemalter Gemäldetafeln, gehört so manches Mal dazu. Aber wer  je geglaubt hat, dass man in Friedenszeiten mit alter Kunst, die doch oft für den sakralen Raum bestimmt gewesen ist, sorgsam oder gar pietätvoll umgegangen sei, der wird ganz schnell eines Besseren belehrt. Zimperlich zeigte man sich dabei nicht gerade – und erst recht nicht die Besitzer geistlichen Standes. Sobald die Werke den Anforderungen nicht mehr genügten, wurden sie von ihrem ursprünglichen Aufstellungsort entfernt. Und wenn sie nicht kurzerhand gleich völlig „entsorgt“ wurden, veränderte man sie. Sie wurden überschnitzt, angestückt, be- oder gar zerschnitten, anders wieder zusammengesetzt und neu be- oder übermalt. Das betrifft profane Werke ganz genauso.


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Dr. Anna Moraht-Fromm
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